Stimme & Klang

Die Säule Stimme/Klang meint hier den Gesamtausdruck des Menschen, resultierend aus seiner persönlichen Körperresonanz. Die menschliche Stimme ist der durch die Stimmlippen eines Menschen erzeugte und in den Mund-, Rachen- und Nasenhöhlen modulierte Schall. Sie ist so einmalig wie der Fingerabdruck eines jeden Menschen.

Unsere Stimme ist von Geburt an kraftvoll. In einem neugeborenen, elastischen und durchlässigen (Klang-)Körper teilen wir unsere basalen Bedürfnisse ungehindert, emotional, lautstark, natürlich und gesund unserer Umgebung mit.

Im weiteren Lebensverlauf ist es schwer, diesen instinktiven Gebrauch der Stimme zu erhalten.  Oft wird er durch einen gehetzten Alltag unterdrückt, überlagert oder weggedrängt. Diesen verlorenen Zugang zu unserer frühkindlichen Natur lässt sich durch das Wiederentdecken des atemrhythmisch angepassten Stimmgebrauchs zurückerobern.

Wenn wir uns ausdrücken, bilden Stimme und Geste immer ein Ganzes. Tönen (lat. sonare) und bewegen (lat. gerere), also Stimme und Geste, bedingen einander. Die Art, wie der Mensch sich hält, äussert und gebärdet, spiegelt sich in seiner Persönlichkeit wider. Die Herkunft des Wortes «persona» von «personare» (durchtönen) betont das Gewicht der Stimme. 

Es besteht immer eine Beziehung zwischen Bewegung, Atem und Stimme. Dabei kommt dem Atem, der an beiden Ausdrucksmitteln teilhat, bei der Gestaltung des Ausdrucks eine verbindende, ja beherrschende Rolle zu. (Horst Coblenzer)

Werden wir von aussen durch den Rhythmus eines Liedes bewegt, oder geben wir von innen uns den Anstoss zum Schaukeln oder Schwingen erfahren wir die Bewegungsrhythmik, welche uns in dem natürlich kraftvollen Gefühl von Spannen und Lösen leicht sprechen, singen oder musizieren lässt. Die Stimme schwingt sich vegetativ auf die rhythmische Gestaltung ein, klingt voll, klar und je nach Situation im passenden Ton.

Auch können wir uns intentional (absichtlich) in eine Erinnerung, in ein Bild, in den Inhalt eines Textes oder in eine Situation atemrhythmisch einschwingen. Dies erzeugt bei resonanzfähigem, durchlässigem Körper einen stimmigen und emotional berührenden Klang.

Die atemrhythmisch angepasste Sprech-, Sing- und Ausdrucksweise hält uns Menschen und somit auch unsere Stimmen dynamisch. Ihre Anwendung kräftigt unsere Stimmen und dadurch auch uns als Menschen.

Tonhöhe: Ist meine Stimme angenehm?
Melodie: Sind senkende, schwebende, steigende Tonhöhen ausgewogen?
Klang: Ist meine Stimme klar, tragfähig und klangvoll?