Atmung
Beim Atmen spüren wir den Wechsel von Spannen und Loslassen in unserem eigenen Rhythmus.
Das Merkmal der Atemrhythmisch Angepassten Phonation ist es, im wortwörtlichen Sinne, an den eigenen Atemrhythmus angepasst zu sprechen. Das heisst, das Sprechen oder Singen wird in rhythmische Sprechabschnitte gegliedert, die in ihrer Länge sowohl den eigenen Atemmöglichkeiten wie auch den Sinneinheiten entsprechen.
«Wenn also Atem und Rhythmus dem gestaltenden Ich unterstellt werden, so sollen ihre gesetzmässigen Abläufe nicht von der künstlerischen Intention durchkreuzt, sondern begleitet und weitergeführt werden; etwa so, wie Wogenbewegungen und Strömung von dem Ruderer genutzt werden, der sich geschickt anpasst.»
Horst Coblenzer
Die Balance zwischen den Kräften, die jeweils für die Ein- bzw. Ausatmung verantwortlich sind, ist dynamisch, je nach Situation, Haltung und Verfassung des Menschen.
Allein mit dem Aufrichten und der entsprechenden Zuwendung zum Partner kommen wir spontan zu genügend Luft für die Phonation. Wir brauchen nur offen und bereit zu sein und das Zwerchfell arbeitet für uns. Bleiben wir auch beim Sprechen in dieser Haltung, lässt das Zwerchfell jede Emotion zu.
«Die Empfindung wird dann unmittelbar dem Hörer vermittelt, wenn sie vom warmen, beseelten Atem getragen wird. Josef Kainz (Schauspieler) erhob die Forderung, atmend zu denken und denkend zu atmen. Lebendigkeit fliesst nur mit dem Atem.»
Die Atmung wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Umgekehrt lässt sich dieses durch ökonomisches Sprechen günstig beeinflussen. Wenn wir auf unserem Atemrhythmus sprechen, dient das unserem Wohlbefinden, unserer Gesundheit und dem kommunikativen Erfolg.